Die alte Chemda liegt auf ihrem Bett. Sie weiß, dass ihr Leben zu Ende geht und erinnert sich an ihre Kindheit im Kibbuz am See, an ihren strengen Vater, an ihre unglückliche Ehe und an ihre Kinder Dina und Avner. Ihr geliebter Sohn Avner ist zum Anwalt der Rechtlosen geworden und leidet sowohl in seiner Ehe wie in seinem Beruf unter einer tiefen Unzufriedenheit. Als er zufälliger Zeuge einer Abschiedsszene im Krankenhaus wird, verfällt er einer Obsession: Er muss das Paar wiederfinden, dessen Liebe ihn so beeindruckt hat.
Dina durchlebt eine Krise: Ihre 15-jährige Tochter Nizan, der sie immer sehr nahe stand, wirkt plötzlich kühl und abweisend. Ihr Mann Gideon, der als Fotograf viel unterwegs ist, scheint ihre Traurigkeit darüber nicht zu verstehen. Als sie sich in den Kopf setzt, einen Jungen zu adoptieren, um ihr leben mit Sinn zu erfüllen, stellen sich Gideon und Nizan quer.
Alle Protagonisten ringen mit sich und mit Schuldgefühlen. Alle sehnen sich nach Liebe, nach einem erfüllten Leben, und trauern um verpasste Gelegenheiten, die sie zu spät erkannt haben.
Ein sehr schönes Buch, das von den Dialogen lebt, die jede Figur im Stillen mit sich selbst hält. Diese unausgesprochenen Gedanken gehen oft unmittelbar in ein Gespräch mit anderen Figuren über, sodass die Grenzen zwischen Innenleben, Fantasie und Realität fließend erscheinen. Stilistisch wie inhaltlich ein spannender, innovativer Roman!
Aliide Tru, eine alte Frau, die auf einem einsamen estnischen Bauernhof lebt, findet in ihrem Garten ein junges Mädchen namens Zara, das dort Zuflucht vor ihren Zuhältern gefunden hat.
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